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In 23 Tagen und über 11.600 km von Klipphausen über Tschechien, Slowakai, Ungarn, Serbien, Bulgarien, Griechenland, Türkei nach Georgien in den Kaukasus und zurück über die Türkei, Griechenland, Italien, Slowenien und Österreich.

13. Mai 2014 -
Gegen halb acht war es dann endlich so weit. Alles war auf dem Motorrad verstaut. Recht schwer war mein Tiger mit den zusätzlichen Heidenau-
14. Mai 2014 – von Kiskunmajsa (Ungarn) nach Sofia (Bulgarien), 638 km
Ich hatte recht angenehm in dem spärlich ausgestatteten Bungalow geruht und bin nach Dusche und Kaffee gegen acht Uhr Richtung Süden gestartet. Bereits nach wenigen Kilometern durch das ungarische Flachland setzte der Regen wieder ein und sollte mich bis zu meinem Ziel begleiten. Ich fuhr also den ganzen Tag in Regenkombi durch Ungarn, weiter in Serbien über Novi Sad, Belgrad und Nis und blieb bei diesem Wetter fast ausschließlich auf der Autobahn. Ab Nis ging es dann auf einer stark befahrenen Straße 43 bei Gradinje über die Grenze nach Bulgarien. Zumindest hatte der Regen nun etwas an Intensität verloren. Ich fuhr noch bis gegen 20.00 Uhr durch die Rushhour von Sofia und suchte mir am südlichen Stadtrand von Sofia ein Hotel, da an Zelten bei diesem Wetter nicht zu denken war.
15. Mai 2014 -
Heute wollte ich die Türkei erreichen, es sollte aber anders kommen. Ich fuhr nach dem ordentlichen Frühstück gegen 08.00 Uhr los. Ich wollte als Erstes an einen Ort zurückkehren, vor dem ich vor mehr als 25 Jahren bereits Urlaub gemacht hatte. 1988 war ich mit meiner damaligen Frau auf einem 3-
16. Mai 2014 – von Rizia (Griechenland) nach Bigadic (Türkei), 490 km
Nachdem ich mit Toni auf seiner Terasse noch einen Kaffee getrunken hatte, bin ich dann gegen 08.30 aufgebrochen. Ich wollte auf meiner Route noch bei Christos, einem Freund von Toni in Orestiada vorbeischauen, da er dort ein kleines Cafe betreibt. Gegen 11.00 Uhr bin ich dort weiter Richtung Süden gefahren, um bei Ipsala in die Türkei einzureisen. Nach 2 Kontrollpunkten auf der griechischen und 5 auf der türkischen Seite hatte ich nach ca. 30 Minuten den Grenzübertritt geschafft. Ich durfte beim türkischen Zoll alle Koffer öffnen, was das Abschnallen der Reifen voraussetzte. Hurra! Nachdem das geschafft war, ging es weiter über Kesan nach Eceabat, wo ich mit der Fähre nach Asien übersetzte. Die Überfahrt dauerte ca. 30 Minuten und kostete inklusive Motorrad 10 TL (ca. 3 €). Bei 25°C ging es von da aus unspektakulär weiter süd-
17. Mai 2014 -
Nach einem anständigen Frühstück wollte ich als Erstes meine Straßenreifen loswerden, um den Satz Reifen K60 Scout von Heidenau montieren zu lassen. Dies war in einer kleinen Werkstatt unweit vom Hotel in gut 2 Stunden erledigt. Räder ausbauen, alte Reifen aus dem Felgenbett drücken, neue Schläuche und Reifen aufziehen und Räder wieder einbauen. Fehlt da noch etwas? Achja. Auswuchten. Wozu? Die Triumph fuhr sich auf der ganzen Reise selbst bei schnellen Autobahnetappen perfekt auch ohne gewuchteten Rädern. Das Ganze kostete mich 10 € und hat super funktioniert. Zumal immer mehr Interessierte vorbei kamen und viele Fragen stellten, wobei die Verständigung fast ausschließlich mit Handzeichen vonstatten ging. Gegen 11.00 Uhr war es dann soweit und ich fuhr weiter süd-
18. Mai 2014 – von Aksu (Türkei) nach Atakent (Türkei), 485 km
Sehr zeitig am Morgen bin ich heute Richtung Mittelmeerküste aufgebrochen, da ich eine zeitintensive und anstrengende Etappe vor mir hatte. Von Aksu aus fuhr ich vorbei am Beysehir See über Seydisehir, Hadim und Ermenek durch die wünderschönen Ausläufer des Taurus-
19. Mai 2014 – von Atakent (Türkei) nach Uchisar (Türkei), 395 km
Nach einem reichhaltigen Frühstück bin ich kurz nach acht Uhr bei noch angenehmen Temperaturen wieder einmal gestartet. Mein Ziel war für heute das wunderschöne Kapadokien mit seiner bizarren Landschaft. Ich wollte heute abseits der stark befahrenen Straßen bleiben und habe auf meinem Navi selbst Bundesstraßen in der Routenberechnung ausgeschlossen. So ging es vorbei an Tarsus, Pozanti und Derinkuyu hinein in eine fantastische Welt mit Kleckerburgen aus Tufstein. Das auch Kapadokien und insbesondere Städte wie Ürgrüp, Mustafapasa, Göröme und Uchisar zu Plätzen von touristischen Menschenansammlungen aus der ganzen Welt zählt, war mir vorher schon bewusst. Ich hätte jedoch diese Eindrücke nicht in meinen Erinnerungen missen wollen. Nachdem ich mir heute viel Zeit genommen hatte, immer mal wieder anzuhalten und zu genießen, suchte ich mir gegen 16.00 Uhr in Uchisar eine kleine nette Pension mit Restaurant. Nachdem ich geduscht hatte, machte ich mich noch auf, das Uchisar Castle zu besichtigen. Ich erreichte dies nach einem 15-
20. Mai 2014 – von Uchisar (Türkei) nach Elaziğ (Türkei), 570 km
Da in der Region um Uchisar am frühen Morgen unzählige Heisluft-
21. Mai 2014 – von Elaziğ (Türkei) nach Ahlat am Van-
Bei dem heutigen Frühstück gab es wirklich von allem nur das Beste. Ich hatte bestimmt 3 Gänge, bevor ich mich losreisen konnte. Da ich in meinem "Zeitplan" etwas hinterher war, beschloss ich, den geplanten Verlauf meiner Route über Diyarbakir, Hasankeyf und Siirt abzuändern. Bedingt auch durch die Warnungen von Einheimischen, allein nicht in diese Gegenden zu reisen. So fuhr ich von Elaziğ weiter in der Hochebene gen Osten über Bingöl Richtung Van-
22. Mai 2014 – von Ahlat am Van-
Ich hatte mir für heute fest vorgenommen, nochmal die 36 km zurück nach Tatvan zu fahren, um von dort aus auf den Nemrut-
23. Mai 2014 – von Dogubayazit (Türkei) nach Ardahan (Türkei), 341 km
Toni hat sich kurzerhand entschlossen, mit mir noch den geplanten Abstecher zum Ishakpasa Palast in der Nähe von Dogubayazit zu fahren, bevor er weiter in den Iran reisen wollte. So fuhren wir morgens vom Hotel aus gegen 10.30 Uhr gemeinsam dorthin. Danach trennten sich unsere Wege und ich fuhr anschließend weiter in Richtung Norden mit Blick auf den Berg Ararat in Ostanatolien nahe der Grenze zu Armenien und dem Iran. Er ist mit 5.137 Metern über dem Meeresspiegel der höchste Berg auf dem Gebiet der Türkei. Durch die schlechten Straßen und Offroadfahrten hatte sich meine Hinterradabdeckung losgerüttelt, welche ich nach wenigen Kilometern im Straßengraben versenkte. Was nicht hält, taugt auch nix. Meine Reise führte mich weiter über Iggdir und Kars, vorbei am Gildir Gölü mit einer Größe von 20 km bis nach Ardahan, wo ich mir ein kleines Hotel suchte. Abends lud mich noch der Nachtportier ein, mit ihm sein Essen zu teilen. Haji ist Student und wollte unbedingt von mir Näheres über meine Reise erfahren. Gegen 23.00 Uhr lag ich im Bett.
24. Mai 2014 – von Ardahan (Türkei) nach Mtskheta (Georgien), 401 km
Nach dem obligatorischen Frühstück machte ich mich auf, um heute nach Georgien einzureisen. Ich fuhr wiederum weiter nördlich über den Posof-
25. Mai 2014 – von Mtskheta (Georgien) auf der georgischen Heeresstraße nach Stepantsminda und zurück, 297 km
Helga, Wolfgang und Erwin wollten sich heute Tiblissi anschauen, ich hingegen wollte den Wendepunkt meiner Reise erreichen. So fuhr ich gegen 11.00 Uhr los Richtung russische Grenze. Diese georgische Heeresstraße Sh3 ist ein Erlebnis für jeden Motorradfahrer. Leider meinte es das Wetter am heutigen Tage nicht so gut mit mir und ich durchfuhr so manchen Regenschauer. Gegen 15.30 Uhr erreichte ich mein Ziel Stepantsminda. Eine Weiterfahrt der letzten 6 Kilometer bis an die eigentliche Grenze war wegen Steinschlags nicht möglich, die Straße wurde von Polizisten abgesperrt. So schaute ich mich noch ein wenig im Ort um, fuhr die engen Gassen Richtung Gergetis Sameba (Gergetier Dreifaltigkeitskirche) empor, was sich auf dem groben Pflaster mit dem schweren Bike als äußerst schwierig zeigte. Auf dem Rückweg zur Pension bog ich noch für einige Kilometer in das Sno-
26. Mai 2014 – von Mtskheta (Georgien) nach Derepazari (Türkei), 546 km
Ich hätte mich wahrscheinlich noch ein oder zwei Tage in den kaukasischen Bergen aufhalten können, entschied aber, jetzt den Heimweg anzutreten. Der Hintergrund dafür lag in meiner Empfindung, dass die Menschen hier in Georgien im direkten Vergleich zu den Griechen oder Türken nicht sehr freundlich, herzlich und auch nicht besonders neugierig waren. Ich hatte mehrfach versucht, auf die Menschen zuzugehen. Die fehlende Rücksicht im Straßenverkehr, die fehlende Gastfreundschaft oder das ständige Gefühl, nur mit Geld ein Wort aus einem Georgier heraus zu holen, hat mir diese Entscheidung leicht gemacht. So trat ich den Rückzug in die Türkei über Gori, Zestafoni, Poti und Batumi am Schwarzen Meer an, um bei Sarpi Georgien zu verlassen. Kurz zuvor wurde ich noch an einer georgischen Tankstelle um 10 € beim Wechselgeld geprellt. Danke dafür! Die Einreise in die Türkei selbst war unproblematisch und in 10 Minuten geschafft. Ich fuhr an diesem Tag noch bis Of, fand dort jedoch kein geeignetes Hotel. Da ich zuvor an einer schönen Pension kurz hinter Rize, dem türkischen Teeanbaugebiet, vorbei gekommen war, fuhr ich zurück und fand diese in Derepazari mit direktem Blick auf das Schwarze Meer. Ich bekam ein superschönes Zimmer und ein wohlschmeckendes Essen. Nur Bier gab es nun wieder nicht in der Türkei.
27. Mai 2014 – von Derepazari (Türkei) nach Yakakent (Türkei), 628 km
Nach dem wohlschmeckendem Frühstück im Hotel bin ich gegen 9 Uhr wieder aufs Motorrad gestiegen. Ich wollte heute ein wenig in die Berge fahren und bin in Of auf die D915 Richtung Süden gefahren. Ich habe für ca. 200 km grandiose Landschaften auf kleinen Straßen, teils Schotterpisten fahren können, bevor ich in Tirebolu wieder ans Schwarze mehr gestoßen bin. Von da an blieb ich über Ordu und Samsun auf der vierspurig ausgebauten D010 am Meer und fand in Yakakent kurz vor Einbruch der Dunkelheit ein kleines Hotel am Meer. Ich bin abends noch ein wenig an der schönen Strandpromenade entlang gelaufen und habe mir 2 Dosen Bier gekauft, um den Sonnenuntergang auf meinem Balkon mit Blick auf das Meer zu genießen.
28. Mai 2014 – von Yakakent (Türkei) nach Devrek (Türkei), 440 km
Heute wollte ich die Hälfte der Strecke bis zum Marmarameer schaffen. So fuhr ich gegen 7.30 Uhr bereits los und blieb die ersten Kilometer auf der Küstenstraße D010. Irgendwann juckte es mich doch und ich bog ab in Richtung Berge. Dieser kleine Abstecher kostete mich viel Zeit und Nerven, da ich mich total verfahren hatte und sich jede vom Navi vorgeschlagene Route zurück ans Meer wegen Sperrungen oder Unbefahrbarkeit als Sackgasse herausstellte. Bei Turkeli fand ich dann doch wieder auf die D010 zurück und blieb von da an vorerst an der Schwarzmeerküste. Dieser Abschnitt der D010 hatte es jedoch in sich. Sie war hier nicht mehr als vierspurige Schnellstraße ausgebaut sonder eine schmale und extrem kurvenreiche Etappe. Zum Glück kamen hier sehr wenige Autos, leider aber auch keine Tankstellen auf einem Stück von 110 km. So erreichte ich mit einer verbleibenden Reichweite von 7 km glücklich die Stadt Bartin, wo ich endlich tanken konnte. Ich fuhr noch bis Devrek in den Bergen, wo ich mir ein einfaches Zimmer in einer Studentenunterkunft nahm. Das große Interesse der jungen Studenten an meiner Person bescherte uns allen einen sehr lustigen Abend und mir viele Eindrücke über die politische Denkweise der jungen intelektuellen Türken.
29. Mai 2014 – von Devrek (Türkei) nach Kesan (Türkei), 688 km
Dieser Tag war als reiner Fahrtag gedacht, um schlussendlich per Fähre wieder Europa zu erreichen. So fuhr ich von Devrek aus noch ca. 80 km durch das Hinterland, um bei Alapli wieder an die Schwarzmeerküste zu gelangen. Von da an wurde die Weiterfahrt relativ unspektakulär. Der Verkehr nahm mit jedem Kilometer Richtung Westen zu. Ich fuhr schließlich über Düzce, Iznik, Yenisehir und Bursa bis zur Fähre nach Lapseki. Die Durchfahrt durch die Zweimillionenstadt Bursa selbst war trotz des extremen Verkehrs innerhalb von 20 Minuten geschafft und völlig unproblematisch. Ich setzte gegen 18.30 Uhr mit der Fähre über das Marmarameer nach Gelibolu über und fuhr noch ca. 60 km weiter bis Kesan. Dort suchte ich mir nach Einbruch der Dunkelheit mitten in der Innenstadt ein Hotel. Das Motorrad konnte ich im bewachten Innenhof abstellen. Nun hatte mich Europa zurück.
30. Mai 2014 – von Kesan (Türkei) nach Rizia (Griechenland), 138 km
Ich fuhr von Kesan aus gegen acht Uhr los und war nach einer halben Stunde bereits an der Grenze zu Griechenland. Dieser Grenzübertritt war erstaunlicher Weise binnen weniger Minuten erledigt. Ich wollte heute nochmal Antonios und Christos besuchen, die ich auf der Hinreise kennengelernt hatte. So kam ich gegen zehn Uhr am kleinen Cafe von Christos in Orestiada an, bekam ein ausgezeichnetes Frühstück und lies beim Suzuki-
31. Mai 2014 – von Rizia (Griechenland) nach Stagira-
Nachdem wir gestern einen schönen Abend verbracht hatten, hieß es nun für mich, Abschied zu nehmen. Ich wollte heute ans griechische Mittelmeer Richtung Chalkidiki. Ich blieb bis kurz vor Kavala auf der Autobahn. Ab da fuhr ich jedoch bei sonnigen 25°C an der Küste entlang. Ich hatte einen Campingplatz auf meinem Plan, den ich gerne ansteuern wollte. Leider hatte dieser ein Problem mit der Wasserversorgung. Ich hätte zwar dort Zelten können, jedoch funktionierten weder Duschen noch Toiletten. Die Besitzerin empfahl mir, ca. 70 km weiter gen Süden zu dem relativ neuen Campingplatz in Ouranoupoli zu fahren. Da noch keine Saison war, war die Anfahrt auf den kleinen verwinkelten Straßen durch die fast gänzlich verlassenen Orte ein Genuß. Schließlich erreichte ich den Platz und hatte kurze Zeit später mein Zelt direkt am Meer aufgebaut. Es waren nur wenige Gäste auf dem Campingplatz. Ich aß noch eine Kleinigkeit im zugehörigen Restaurant und ging relativ früh schlafen.
01. Juni 2014 – von Stagira-
Wohin mich heute meine Reise führen sollte, stand bei Abfahrt noch nicht fest. Ich wollte die Weiterfahrt nach Albanien und zurück nach Hause abhängig von der Wetterlage auf dem Balkan machen. So fuhr ich durch das Hinterland der Halbinsel Chalkidiki und weiter über Thessaloniki nach Florina nahe der mazedonischen Grenze. Hier telefonierte ich mit meiner Frau, die mir über das Wetter für die nächsten Tage in Albanien und Montenegro nichts Gutes zu berichten hatte. "Ergiebige Regenfälle für das Gebiet" hieß es. So entschloss ich, den Heimweg von Igoumenitsa mit der Fähre nach Venedig anzutreten. Die Fahrt ab Florina durch das griechische Bergland entlang der albanischen Grenze sollte sich als Highlight herausstellen. Über Berge und durch Täler, Serpentinen rauf und runter durch einsame Dörfer ging es in Richtung Adria. Diese 250 km waren ein Gedicht und würden den Puls eines jeden Bikers höher schlagen lassen. Gegen 19.30 Uhr erreichte ich Igoumenitsa. Ich fand dann recht schnell ein Hotel. Zu Fuß machte ich mich auf, die Fährterminals nach Venedig zu finden, um ein Ticket zu lösen. Die nächste Fähre ging am Morgen um 7 Uhr und kostete mich inklusive Motorrad und 2-
02. -
Kurz nach 6 Uhr morgens stand ich bereits samt Motorrad am Fährterminal. Nach kurzer Zeit standen noch 3 weitere Motorradfarer zusammen mit mir am Anlegeplatz und warteten auf die sich verspätende Fähre. Aus geplanter Abfahrt um 7 Uhr wurde letztendlich 8.30 Uhr, als die Fähre endlich ablegte. Bei den 3 anderen Bikern handelte es sich um einen alleinreisenden, pensionierten Lehrer aus Wien sowie um Manfred aus Villach und Martin aus Klagenfurt. Der französiche Herr, welcher mit mir die Kabine hätte teilen müssen, empfand dies wohl nicht als angenehm und verlies kurzerhand unsere Unterkunft, um sich etwas anderes zu suchen. So bot ich dem Lehrer aus Wien an, mit mir die Kabine zu teilen. Warum er das Angebot nicht annahm und auf Deck schlafen wollte, ist Manfred, Martin und mir bis heute nicht klar. Nach dem Duschen an Bord und einem Schläfchen in der Kabine fanden wir uns gegen späten Nachmittag alle auf Deck ein und tranken so das ein oder andere Bier. Geschlafen habe ich erstaunlich gut auf Schiff. Gegen 10 Uhr am nächsten morgen liefen wir im neuen Fährhafen von Venedig ein, leider völlig abseits der schönen Stadt.
03. Juni 2014 – von Venedig (Italien) nach Villach (Österreich), 547 km
Manfred und Martin hatten mich gefragt, ob ich nicht mit Ihnen zusammen heimwärts über Slowenien nach Österreich fahren möchte. Dieses Angebot nahm ich zu gerne an, da wir uns bereits auf dem Schiff prächtig verstanden hatten. So lotzte uns Manfred, der sich hier gut auskannte aus dem Gewirr von Venedig auf die Autobahn A4 Richtung Palmanova und weiter nach Slowenien. Es ging weiter über Nova Gorica und das wunderschöne Soca-
04. Juni 2014 – von Villach (Österreich) nach Klipphausen (Deutschland), 759 km
Heute nun sollte der letzte Tag meiner Reise sein. Nach dem gemeinsamen Frühstück mit Manfred, der mir noch eine schön zu fahrende Route über Spittal, Bischofshofen, Saalfelden am Steinernen Meer, Traunstein und Mühldorf am Inn abgesteckt hatte, machte ich mich gegen 9 Uhr auf den Heimweg. Ich genoß die letzten kurvenreichen Streckenabschnitte der Tour. Bei Ergolding in Deutschland ging ich auf die gut ausgebaute B15N bis Regensburg und ab da fuhr über die A93, A72 und die A4 ausschließlich auf der Autobahn nach Hause. Gegen 21.45 Uhr hatte ich es geschafft und kam ziemlich erschöpft, aber überglücklich zu Hause an. Ich hatte nun 10.687 gefahrene Kilometer in 23 Tagen auf meiner Triumph abgerissen und viele Eindrücke und Erinnerungen im Gepäck.
Fazit
Viele Kilometer auf dem Motorrad zu fahren ist für manch Einen Stress, für mich jedoch die pure Entspannung. Ich habe in diesen Tagen viele wunderbare Eindrücke von Menschen verschiedener Kulturen sammeln und dabei unbeschreiblich schönen Landschaften sehen können. Landschaftlich am schönsten waren sicherlich die Berge des Kaukasus. Ich habe mich bei den Menschen in der östlichen Türkei am wohlsten gefühlt, da deren Gastfreundschaft überwältigend ist. Angst um meine Sicherheit und Gesundheit hatte ich nur bei der Durchfahrt durch das Chaos von Tiblissi in Georgien. Ich habe viele Freunde hinzu gewinnen können, ob Antonios, Christos und Kiriakos in Griechenland oder Manfred und Martin auf der Rückfahrt von Griechenland mit der Fähre nach Venedig.
Ich bin dankbar für all diese Erlebnisse und werde diese nie vergessen.
Nichts ist so wichtig im Leben wie "seine Träume zu leben"